Hypnosystemische, dynamische System-Choreographien

Wie man innere und soziale Systeme zieldienlich in kraftvolle Bewegung bringt

Termin

07. -08. Mai 2027

Inhalt des Seminars

Was wir erleben, wird in unserem „unbewussten inneren Erlebnisraum“ unbewusst und unwillkürlich spezifisch präzise platziert (z.B. emotionale, körperliche, gedankliche Prozesse, innere Dialoge, gesetzte Ziele und Phänomene der wahrgenommenen Außenwelt).
Unser Erleben wird dann massiv davon mitbestimmt, wie und wo in diesem „inneren Erlebnisraum“ die erlebten Phänomene platziert sind und wie jemand dann mit ihnen unbewusst und unwillkürlich interagiert. Nur als Beispiel: wir sagen „ich habe etwas vor…“, oder „diese Schwierigkeit liegt hinter mir…“, oder „lass das doch mal links liegen…“, „das ist mir zu hoch…“ usw.
Diese erlebte Wirkung von Phänomenen, die in rasend schnellen zirkulären Wechselwirkungsprozessen mit allen Sinnen abläuft, ist ganz unabhängig vom Inhalt der erlebten Phänomene. Dies gilt auch z.B. für den Inhalt erlebter belastender, eventuell traumatischer Vergangenheits-Episoden. Kann man die innerlich-räumliche Beziehung und ihre „innere Platzierung“ verändern, verändert dies schnell auch ihre bisherige Wirkung, selbst wenn man sich z.B. mit bisher belastenden Inhalten des Erlebten gar nicht beschäftigt (was für viele Menschen sehr wohltuend und befreiend wirkt.

Die Komplexität dieser Prozesse ist mit sprachlichen, bewussten kognitiven Prozessen allein nicht zu erfassen und kann auf diesem Weg auch nicht optimal genutzt werden.
Werden solche Prozesse, z.B. durch Skulptur-/ “Aufstellungs“- Arbeit im mehrdimensionalen Raum mit Nutzung der Ausdrucksmöglichkeiten des ganzen Körpers dargestellt, ermöglicht dies schon viele Chancen, besser zu verstehen, wie selbst schwierigste Leidenserfahrungen in unbewusster Selbstorganisation ungewollt gestaltet wurden und wie sie für eine Transformation in hilfreiche Erfahrungen genutzt werden können.
Allerdings können Skulptur-/ „Aufstellungs-Arbeit“ die rasend schnelle Komplexität der synchron ablaufenden Prozesse (innerliche und interaktionelle) meist nicht adäquat abbilden, da sie nur diachron arbeiten können (Prozesse werden nur sequenziell und somit relativ statisch hintereinander darstellbar).

In hypnosystemischen, dynamischen Systemchoreografien können sowohl bisher sehr leidvolle Problem- und Symptom-Prozesse mit schützender Distanz klar verstehbar, würdigend und vor allem willentlich steuerbar gemacht werden und in zieldienliche Lösungsprozesse transformiert werden.
Dafür werden die Beziehungsprozesse systematisch in synchroner Bewegung (quasi choreographisch) ausgedrückt. Indem dabei alle relevanten Sinneskanäle genutzt werden, können so mit dem ganzen Körper und seiner intuitiven Weisheit (somatische Marker) die bisher „schlummernden“ inneren Lösungs-Kompetenzen optimal genutzt und stimmige, kraftvolle Lösungen entwickelt werden, die weit über das Sprachliche hinaus wirken. Gleichzeitig können diese Entwicklungen dann auch ganzkörperlich verankert und so in unterschiedlichsten Alltagskontexten besser abrufbar werden. So wird schnell und nachhaltig wirksam ermöglicht, diese Komplexität bewusst erlebbar und die vielfältigen Informationen dabei lösungsförderlich nutzbar zu machen.

Zielgruppe

Keine hypnotherapeutischen Vorkenntnisse notwendig – jede:r ist willkommen.

Referent:innen

Dr.med. Dipl.rer-pol. Gunther Schmidt
Dr. med. Dipl.-Volksw. Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Er gilt international als einer der maßgeblichen Pioniere in der Entwicklung einer Integration systemischer (auch familientherapeutischer) Modelle und der kompetenzfokussierenden Konzepte Erickson’scher Hypnotherapie zu einem ganzheitlich-lösungsfokussierenden Konzept für Beratung und Psychotherapie.
Im deutschsprachigen Raum trug er entscheidend mit seinen, durch Milton Erickson angeregten Beiträgen, zur „lösungsorientierten Wende“ im Bereich Coaching, Team- und Organisationsentwicklung bei. Ebenso maßgeblich wirkte er mit (auch in enger Kooperation mit Steve de Shazer u.a.) beim Aufbau kompetenz- u. lösungsorientierter Kurzzeittherapie im Bereich der systemsichen Familientherapie, wie auch in Bereichen bspw. von Suchtproblemen, Psychosomatik, Psychosen und der Therapie massiv traumatisierter Menschen.
Die von ihm entwickelten hypnosystemischen Modelle für Organisationsberatung, Team- und Gruppenarbeit und Coaching tragen wesentlich zu einem intensivierten ressourcenorientierten Beratungsverständnis bei. Seine Konzepte einer stationär-klinischen hypnosystemischen Psychosomatik und Sucht-Kurztherapie gelten europaweit als führendes Modell.
Als Mitglied seit deren Anfängen Mitte der 1970er Jahre der sog. „Heidelberger Gruppe“ für Familientherapie und systemische Therapie und Beratung“ (um Prof. Helm Stierlin) ist er Mitbegründer und war fast 20 Jahre lang Lehrtherapeut der Internationalen Gesellschaft für Systemische Therapie (IGST), war Mitbegründer des Heidelberger Instituts für systemische Forschung und Beratung, Mitbegründer des Carl-Auer-Systeme-Verlags. 2002 hat er mit den meisten anderen Gründern der IGST zusammen diese verlassen und mit ihnen und einigen anderen renommierten KollegInnen das Helm-Stierlin-Institut für systemische Therapie, Beratung und Forschung gegründet, welches inzwischen große internationale Reputation erreicht hat.

Er ist Lehrtherapeut, lehrender Supervisor und Coach der Systemischen Gesellschaft (SG) und der Deutschen Gesellschaft für systemische, Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF).

Er ist Ausbilder der Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose (MEG) und war 2.Vorsitzender der MEG von 1984-2004.

2011 erhielt er den Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche:
www.life-achievement-award.de – Die Auszeichnung – Nachbericht-Highlights

2014 wurde er ausgezeichnet mit dem MEG-Preis http://www.meg-hypnose.de/ueber-uns/meg-preisverleihungen.html

Und 2015 erhielt er den Coaching Award für besondere Verdienste im Bereich des Coachings von der Vereinigung Coaching Convention www.coaching-award.de

SeminarKosten

EUR 546,00 inkl. 20% USt.

Seminarzeiten

Freitag 14.00 bis 20.00 Uhr
Samstag 09.00 bis 17.00 Uhr
(16 AE gesamt)

Veranstaltungsort

Caritas Zentrum am Hauptbahnhof
Mommsengasse 35
1040 Wien